FFF Jahresrückblick 2025

Editorial

BAYERNS FILME EROBERN DIE CHARTS
von Dorothee Erpenstein,
FFF Geschäftsführerin
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Was war das für ein Kinojahr! Alle deutschen Filme, die mehr als 1 Mio. Besucher*innen erreicht haben, waren FFF-gefördert. Ein Film ausgenommen, war der FFF Bayern darüber hinaus überall Hauptförderer. Beim erfolgreichsten Film in den deutschen Kinos überhaupt, ist der FFF Bayern sogar alleiniger Länderförderer gewesen. Das Kanu des Manitu, Die Schule der magischen Tiere 4, Wun­derschöner, Die drei ??? und der Karpatenhund sowie Der Spitzname sind die Millionäre. Pumuckl und das große Missverständnis hat die Million kurz nach dem Jahreswechsel erreicht. Daneben gab es etliche weitere schöne Erfolge wie das Drama Dann passiert das Leben, das die Arthouse-Charts angeführt hat, und auch 22 Bahnen, Ein Mädchen namens Willow und No Hit Wonder haben ihr Publikum gefunden. Mit September 5 war eine bayerische Produktion in einer der Königskategorien für den Academy Award nominiert und hat mit neun Lolas den Deutschen Filmpreis dominiert. FFF-geförderte Filme liefen auf allen drei großen A-Festivals in Europa. Höchst erfreulich war der Preisregen für geförderte Talentfilme wie Cotton Queen, Karla und Critical Condition in Cannes, München, Venedig und Thessaloniki. 

Aber was war das auch für ein Fernsehjahr! 15 FFF-geförderte Produktionen sind im TV und im Streaming gestartet, so viele wie schon lange nicht mehr. Dazu gehören der ARD- Quotenhit Spuren, der preisgekrönte Fernsehfilm Rosenthal und aufwendige Serien wie Smillas Gespür für Schnee bei Magenta. Bei RTL+ läuft seit Dezember die 2. Staffel der beliebten Serie Neue Geschichten vom Pumuckl. Im Früh­jahr startete die lang erwartete 2. Staffel von Nine Perfect Strangers mit Nicole Kidman in der Hauptrolle. Die geförderte Serie Herrhausen gewann viele Preise und war auch für den International Emmy nominiert. 

Ein großer Dank geht an die FFF Gesellschafter Freistaat Bayern, BR, ZDF, RTL Television, Seven.One Entertainment Group und BLM für die Bereitstellung der Mittel und an die FFF Vergabeausschüsse, die wieder großes Gespür für Themen und Qualität bewiesen haben.

2025 war auch das Jahr, in dem der FFF Bayern die für die Filmindustrie so fundamentale Arbeit der Film Commission gestärkt hat. Das Team ist von drei auf fünf Personen angewachsen und liefert den gestiegenen Anforderungen entsprechend weiterhin den adäquaten Service. Bayern ist interna­tional gefragt – im letzten Jahr bildeten die hiesigen Motive und Studios die Drehorte für große Produktionen wie Cliffhanger 2, The Weight und The Uprising.

Im Bereich der Gameswirtschaft freuen wir uns über den Release von fünf geförderten Games: Let Them Trade, Paper Animal RPG, The Ebbing, Once Upon A Tile und Ruffy and the Riverside, weitere vier Games sind für 2026 angekündigt. In München stehen alle Zeichen auf den Deutschen Computerspielpreis, der im Frühjahr hier verliehen wird. Mit Paluten – Der Film entsteht ein FFF-gefördertes Projekt, das Kinofilm, Social Media und Games verbindet. Wir freuen uns sehr, dass Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring die Verdopplung der Mittel für die Gamesförderung für das Jahr 2026 bestätigt hat.

Mit großem Erfolg sind FFF-geförderte XR Experiences auf den internationalen Bühnen präsentiert worden. Allein im großen internationen Wettbewerb von Venedig waren drei FFF-geförderte Projekte im Rennen, wobei The Clouds Are Two Thousand Meters Up den Hauptpreis gewonnen hat.

Ab 1. Januar 2025 galt die fortgeschriebene Förderrichtlinie. Mit den Förderempfehlungen in den jeweiligen Entwicklungs- und/oder Produktionsphasen hat der FFF Bayern neue vielversprechende Projekte mit auf den Weg gebracht. In den Bereichen Verleih und Vertrieb hat er die Herausbringung von Projekten unterstützt, die sowohl Zielgruppen für Arthouse als auch Family Entertainment angesprochen haben. Insgesamt hat der FFF Bayern wieder mehr als 40 Mio. Euro empfohlen. Darunter für aktuelle Projekte von Sonja Heiss, Bora Dagtekin, Marc Rothemund, David Wnendt, Claudia Müller etc. Sehr stark war wieder die Stoffentwicklungsförderung, für die der FFF Bayern mehr als 1 Mio. Euro ausgereicht hat – so viel wie nie zuvor. Neu eingeführt hat er nach Gesprächen mit Autor*innen die Treatmentförderung.

Mit der Förderung von Filmfestivals und Standort-Initiativen unterstützt der FFF Bayern gezielt Plattformen und Bühnen für den Austausch und die inhaltliche Weiterentwicklung. Erstmals förderte der FFF Bayern 2025 eine Initiative zur Weiterbildung zur Vertrauensperson am Set. Mitfinanziert hat der FFF Bayern außerdem den QMS Award und den CineCoProAward beim Filmfest München.

Die vom FFF Bayern angebotenen Fachveranstaltungen erfreuten sich wieder regen Andrangs. Anlässlich der Festivals in Berlin, Cannes, München, Hof und Venedig hatte der FFF Bayern wichtige Branchenteilnehmer*innen eingeladen und aktuell geförderte Produktionen sichtbar gemacht. Auf den verschiedenen geförderten Panels wurden virulente Themen wie die Förderreform, die Zukunft des Fernsehens und die Arbeit bei Filmfestivals verhandelt. 

Kurz vor Jahresende empfahl der FFF Bayern in seinem in­ternationalen Förderprogramm die Produktion von drei großen Serienprojekten für den internationalen Markt mit insgesamt 4,1 Mio. Euro. Für allein diese drei Projekte sind in Bayern im neuen Jahr 140 Drehtage geplant. Beste Aus­sichten für einen Standort in herausfordernden Zeiten.

Neue Aussichten wird das Team des FFF Bayern ab März haben: Die Geschäftsstelle zieht um nach München-Haidhausen, in die Franziskanerstr. 14.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Auf ein gutes 2026!
Ihre Dorothee Erpenstein
FFF Geschäftsführerin

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